In der regelbedingt weniger als sonst gefüllten St. Laurentiuskirche begrüßte Pfarrer Michael Zemmrich die Konzertbesucher und den Solisten, Prof. Dietmar Nawroth am Konzertflügel, zum „Abschlusskonzert des 20. Musiksommers, der eigentlich nicht stattgefunden hat“, wie er es etwas ironisch benannte.
In seinen einleitenden Worten machte er vier Jubiläen aus, denen dieses Abschlusskonzert nun eine Art Krone aufsetzen sollte: 500 Jahre Schlusssteinsetzung in St. Laurentius, 250. Geburtstag Beethovens, 30 Jahre Deutsche Einheit und natürlich 20 Jahre Markranstädter Musiksommer. Neben dem Dank an die vielen Engagierten im Hintergrund, würdigte Pfarrer Zemmrich im Besonderen Kantor Frank Lehmann, dessen Wirken in der Gemeinde und darüber hinaus maßgeblich für die erfolgreiche Entwicklung des Musiksommers war und ist.
Dank ging aber auch an das Orchester des Sinfonischen Musikvereins Leipzig e. V., dessen Dirigent Frank Lehmann nun schon über 25 Jahre ist, denn die Musikerinnen und Musiker machten es mit ihrem Spiel möglich, dass sich das Publikum an den vielen, über die 20 Jahre aufgeführten Werken erfreuen konnte.
In ein paar Gedanken zum Jubiläum „30 Jahre Deutsche Einheit“ erinnerte er noch einmal an die Ereignisse in den Jahren 1989 und 90 bis zu jenem denkwürdigen Tag für uns Deutsche in Ost und West. Ein Grußwort sprach dann auch Markranstädts Bürgermeister Jens Spiske, bevor Prof. Dietmar Nawroth und Frank Lehmann ihre Plätze einnahmen.
Auf dem Programm standen zwei aufeinanderfolgend nummerierte Werke Beethovens: die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36 und das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37. Zunächst eröffnete das Klavierkonzert den ersten Teil. Beethoven ging in dieser Komposition neue Wege, verlieh hier u. a. dem Klavierpart eine größere Bedeutung als es sein Vorbild Mozart vor ihm tat. Wunderbar harmonisch ergänzten sich Orchester und Solist Dietmar Nawroth über die drei Sätze bis zum schwelgerischen Finale. Viel Applaus gab es dafür und Dietmar Nawroth verabschiedete sich, gleichsam dankend, mit dem Scherzo aus Beethovens 2. Klaviersonate als kleiner Zugabe.
Die Sinfonie Nr. 2 erklang dann im zweiten Teil des Konzertes. In seiner Zweiten bemühte sich Beethoven ebenso um Neues. Er versuchte, mit traditionellen Kompositionsmechanismen fast schon ein wenig zu brechen und versah diese Sinfonie mit einigen unerwarteten Wendungen. Mit bemerkenswerter Akkuratesse und Disziplin folgten die Musikerinnen und Musiker „ihrem Kapitän“ am Pult und ließen dieses Konzert in ganz eigener Atmosphäre ausklingen. Der Applaus war hochverdient und auch ein Zeichen besonderer Wertschätzung in dieser Zeit monatelangem kulturellen Hungerns.
(Fotos: Thomas Ufert · Quelle: Markranstädter Musiksommer)